Veränderung wollen verändert Verändern müssen

Verändern wollen verändert Verändern müssen!

Veränderung, Transformation, New Work, Technologiewandel, Digitalisierung – alles Themen mit denen wir derzeit in verschiedensten Lebensbereichen konfrontiert werden, und, die alle mit Veränderung zu tun haben. Bevor wir uns damit beschäftigen, welche Zukunftskompetenzen voraussichtlich von Nöten sind, um diesem Wandel „gerecht werden“ zu können und wie wir bereits Kinder sowie Jugendliche besser auf das Neue vorbereiten, möchten wir in diesem Beitrag einen Impuls zum Thema Veränderung geben…

Die Diskrepanz entsteht dann, wenn wir uns in einer Umwelt wiederfinden, in der wir uns noch nicht angekommen fühlen.

Die Welt dreht sich und mit ihr ist alles stetig in Bewegung. Veränderung als Konstante – das war schon immer so, doch heute spüren wir den Wandel stärker als je zuvor. Schaut man auf die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte stellen wir fest, dass sich einige Lebensbereiche in einem rasanten Tempo weiterentwickelt haben. Die Diskrepanz entsteht dann, wenn wir uns in einer Umwelt wiederfinden, in der wir uns noch nicht angekommen fühlen. Denn das Machbare steht nicht immer im Einklang mit dem, was wir gedanklich für machbar halten.

Man kann „Entwicklung“ aus zwei Perspektiven betrachten: aus Sicht der Kollektiv- und der Individualebene. Technologiewandel beispielsweise ist ein Resultat der gesellschaftlichen Entwicklung, begründet in dem Drang Potenziale auszuschöpfen. Auf Individualebene könnte Entwicklung ein neuer Job oder die Steigerung des Bildungsgrades bedeuten. Die beiden Ebenen koexistieren nicht nur, sie sind eng miteinander verknüpft, denn das Kollektiv hat einen direkten Einfluss auf das Individuum und vice versa. Jedoch ist die Art und Weise, wie ein einzelner Mensch mit seiner Umgebung umgeht von seiner individuellen Entwicklung abhängig. Welche Sozialisierung und Konditionierung hat dieser Mensch erfahren? Auf welche Erlebnisse, Prägungen sowie Glaubenssätze greift er zurück?

Fakt ist: für uns alle ist Veränderung Neuland. Wir wissen nicht, was uns erwartet. Trotz zahlreicher Prognosen sind wir nicht in der Lage uns die Zukunft auszumalen, geschweige denn sie zu (be)greifen. Dennoch entscheiden WIR ganz alleine, wie wir mit dem Wandel umgehen. Es liegt in unserer Macht daran zu wachsen oder daran zu verzweifeln. Das Glas ist entweder halb voll oder halb leer – wie wir Veränderung, unser Leben und die Welt wahrnehmen, liegt einzig im Auge des Betrachters.

Die meisten Menschen sehen sich als Teilnehmer, nur wenige als Spielmacher.

Tatsächlich hat Veränderung sehr viel mit Selbstbewusstsein zu tun. Also mit dem, wer wir glauben zu sein. Ängste entstehen vor allem dann, wenn wir uns hilflos fühlen, abhängig, unterlegen, wenn das was geschieht nicht in unserer Macht steht. Wir sind nur Teilnehmer eines Spiels und nicht der Spielleiter, der die Regeln aufstellt. Es ist kein Zufall, dass gewisse Menschen besonders oft in die Kritik der Gesellschaft geraten. Das sind vor allem Politiker, Unternehmer, Konzernchefs sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die gerne von der Masse zur Verantwortung gezogen werden. In manchen Fällen werden besagte Personen zum regelrechten Sündenbock degradiert.

Was wir aus diesem Verhalten schließen können ist eine sehr unausgewogene Rollenverteilung. Die meisten Menschen sehen sich als Teilnehmer, nur wenige als Spielmacher. Doch indem wir die vermeintlichen Spielmacher zur Verantwortung ziehen, geben wir unsere eigene Verantwortung ab und mehr noch – wir nehmen uns die Möglichkeit das Spiel aktiv mitzugestalten. Warum machen wir das? Weil es der einfache Weg ist, denn mit dem Finger auf andere zu zeigen kostet uns lediglich die Energie des Armhebens, wohingegen Selbstreflexion ein sehr kräftezehrender Prozess sein kann.

Wer sich mit vergänglichen Dingen identifiziert, der lebt stets in der Angst etwas verlieren zu können.

Die schöne und unfassbar wertvolle Erkenntnis ist, dass nicht der Kontostand, Status oder Bildungsgrad über unsere Rolle in der Gesellschaft entscheiden, sondern unser eigenes Selbstbild. Wer möchten wir sein? Entsprechend unseres Selbstbildes werden wir handeln und entsprechend ist unser Umgang mit Veränderung.

Identifikation ist ebenfalls ein wichtiges Stichwort beim Thema Veränderung. Wer sich mit vergänglichen Dingen identifiziert, der lebt stets in der Angst etwas verlieren zu können, das ihn vermeintlich ausmacht. Wenn wir unser Dasein auf unseren Job, ein Auto, Freundschaften, Geld, Ansehen etc. stützen, werden wir einen langsamen Tod sterben. Denn all diese Dinge können uns jederzeit genommen werden oder ganz natürlich vergehen, und mit ihnen ein Teil von uns. Das erklärt den Spruch: Geld allein mache nicht glücklich. Natürlich nicht, denn Geld ist ebenso wie alle externen Dinge „nur“ eine fließende Energieform. Geld ist per se nicht schlecht und auch nicht gut, sondern genau das, was wir davon halten und damit anstellen. Deshalb sind auch neue Technologien, künstliche Intelligenzformen, autonome Fahrzeuge etc. per se nie gut oder schlecht, sondern genau das, was wir darin sehen und wie wir es entsprechend nutzen.

Nur über das Scheitern kommen wir zum Erfolg und der Erfolg führt uns zum Scheitern.

Was jedoch ganz klar feststeht, ist die Polarität einer jeden Sache. Alles hat zwei Seiten, wie Licht und Dunkelheit, Ebbe und Flut, Tag und Nacht, Maskulinität und Femininität, Raum und Zeit, Ursache und Wirkung etc. – nichts kann ohne den entsprechenden Gegenpart existieren. Doch keiner der Pole ist mit einer Wertung behaftet, sondern symbolisiert lediglich eine konträre Ausprägung. Diese Sichtweise dürfte einen anderen Blickwinkel auf Veränderung werfen. Sie nimmt vielleicht den Druck weg, stets das „Positive“ erreichen zu wollen. Nur über das Scheitern kommen wir zum Erfolg und der Erfolg führt uns zum Scheitern. Das ist das Leben, das ist der kontinuierliche Veränderungsprozess, in dem wir uns alle bewegen.

Stillstand ist Rückschritt und meistens begründet in der Angst vor der Selbsterkenntnis. Denn dort, wo wir vertrautes Terrain verlassen, könnten wir auf Abgründe stoßen. Das kostet Energie – Bewegung kostet Energie. Wenn wir bereits aufgrund verschiedener Lebensumstände im Energiemangel leben, scheuen wir uns umso mehr vor dem Energieräuber Veränderung. Energetisch gut versorgte Menschen haben hingegen die Kraft und das nötige Selbstvertrauen sich der Herausforderung zu stellen.

Habe ich die Bereitschaft mich aus meiner Komfortzone zu begeben, um wachsen zu können?

Wahnsinn ist, laut Einstein, wenn man immer wieder das Gleiche tut und dabei ein anderes Ergebnis erwartet. Wenn alles permanent in Bewegung ist, müssen wir es auch sein. Vor allem in unseren Köpfen, denn danach richtet sich unsere innere Haltung, unser Handeln von ganz alleine. Wir können selbst entscheiden, ob wir uns als Opfer einer kollektiven Entwicklung sehen, die wie eine mächtige Welle über uns hinwegrollen wird oder, ob wir die Kraft der Welle nutzen möchten, um auf ihr zu reiten.

Zuletzt ist Veränderung eine Frage der Willenskraft. Auf welchen Pol möchte ich meine Aufmerksamkeit richten? Wie viel Energie bin ich bereit zu investieren? Wie viel Mut und Disziplin möchte ich aufbringen? Mit wie viel Ehrlichkeit kann ich mich selbst reflektieren? Habe ich die Bereitschaft mich aus meiner Komfortzone zu begeben, um wachsen zu können? Erst wenn wir diese Fragen für uns geklärt und eine entsprechende innere Haltung eingenommen haben, dann erst macht es Sinn sich darüber auszutauschen, ob man seinen Arbeitsplatz wechseln, eine Umschulung besuchen, sich IT Skills aneignen, agiler denken oder flexibler arbeiten sollte.

Die Welt ist Wandel, das Leben ist Veränderung – welche Welt wir persönlich sehen obliegt unserer selektiven Wahrnehmung. Wir kennen diesen Effekt nur zu gut. Möchten wir uns beispielsweise ein neues Auto kaufen, beschäftigen wir uns oft wochen- oder monatelang mit dem Objekt unserer Begierde. Plötzlich sehen wir überall im Straßenverkehr genau dieses eine Modell – die Wahrheit ist: es war immer da, nur WIR konnten es nicht sehen. Es gilt also unseren Fokus zu justieren und auf die Dinge zu richten, die wir in unserem Leben sehen möchten.

Die Umgebung hat sich nicht verändert, nur unsere Sicht, unser Fokus und unsere innere Haltung haben sich gewandelt.

Wenn wir fest davon überzeugt sind heute einen 10-km-Lauf zu schaffen, werden wir nur diejenigen Dinge wahrnehmen und tun, die uns an dieses Ziel bringen. Anstatt also unser Augenmerk auf die schweren Beine, die fehlende Kondition, den hohen Puls oder den steilen Berg zu richten, sehen wir das: Die Schönheit unserer Umgebung. Sauerstoff, der mit jedem Atemzug in unsere Blutbahnen gelangt. Energie und Glücksgefühle, die sich mit jedem unserer Schritte freisetzen. Plötzlich sieht man das Leben durch eine andere Brille. Wie auf Wolke sieben, wenn wir verliebt sind. Die Umgebung hat sich nicht verändert, nur unsere Sicht, unser Fokus und unsere innere Haltung haben sich gewandelt. Und nein: diese „rosarote Traumwelt“ ist nicht nur verliebten Paaren vergönnt – denn wir brauchen keinen Partner, um zu lieben.

Kraft tanken, Altes loslassen, Neues willkommen heißen, dem Leben vertrauen und den Fokus auf Lösungen richten… so möchten wir der Veränderung begegnen, denn Verändern wollen verändert Verändern müssen.

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